Nachhaltigkeit aktiv gestalten – Tradition mit Verantwortung

Unser Nachhaltigkeitskonzept

Das Südtiroler Speck Konsortium verfolgt seit 2019 eine umfassende Strategie, um die Qualität und Umweltverträglichkeit seines Specks zu fördern.

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie arbeitet das Südtiroler Speck Konsortium eng mit sämtlichen Hersteller aus der Welt des Specks zusammen. Ziel ist es, sich vermehrt für Tiewohlzertifizierten Speck einzusetzen, die Produktionsstandards kontinuierlich zu verbessern und die Herstellungsprozesse Schritt für Schritt ökologischer zu gestalten. 

Zu den Maßnahmen zählen der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Entwicklung und Nutzung umweltfreundlicherer Verpackungslösungen. Gleichzeitig wird großer Wert auf die Förderung der regionalen Wertschöpfung gelegt. 

Auf diese Weise leistet das Konsortium einen konkreten Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen und den Nachhaltigkeitszielen der Provinz Bozen (Everydayforfuture) und verbindet so Tradition mit Verantwortung für die Zukunft.

Gemeinsam zu mehr Nachhaltigkeit

Eine eigene Arbeitsgruppe legt seit 2020 die Grundlagen für eine langfristige und gemeinsam getragene Nachhaltigkeitsstrategie.

Im Jahr 2020 wurde die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit ins Leben gerufen, um erstmals eine umfassende Strategie für das Südtiroler Speck Konsortium zu entwickeln. Gemeinsam mit Produzentinnen und Produzenten sowie Fachleuten aus wissenschaftlichen und beratenden Institutionen wurden die zentralen Eckpfeiler des Nachhaltigkeitsprogramms definiert. 

Im Fokus steht dabei eine gesamtheitliche Betrachtung der Speckproduktion – von den bestehenden Rahmenbedingungen bis hin zu künftigen Entwicklungsmöglichkeiten. Ziel ist es, Prozesse transparenter zu gestalten, ein gemeinsames Verständnis für nachhaltige Weiterentwicklung zu schaffen und konkrete Maßnahmen umzusetzen.

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Nachhaltigkeitsbericht als PDF

Dieser Bericht gibt Einblick in Strategie, Ziele und Maßnahmen des Südtiroler Speck Konsortiums – vom Tierwohl bis hin zu Bildung und Kommunikation.

Die vier Viertel der Nachhaltigkeit

Das Nachhaltigkeitskonzept des Konsortiums gliedert sich in vier Themenbereiche – ein inhaltlicher Rahmen für Ziele, Maßnahmen und Weiterentwicklung.

1. Viertel

Tierwohl und Qualität bilden das erste Viertel der Nachhaltigkeitsstrategie. Im Fokus steht die Einführung klar definierter Tierwohlstandards sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualitätsanforderungen über alle Stufen der Produktion hinweg. Ziel ist es, verantwortungsvolle Tierhaltung mit gleichbleibend hoher Produktqualität zu verbinden.

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Tierwohl und Qualität

Tierwohl und Qualität stehen im Mittelpunkt konkreter Maßnahmen, die Produktionsstandards weiterentwickeln und langfristig absichern.

Maßnahme #1: Einführung von Tierwohlstandards

Diese Maßnahme widmet sich einer vertieften und systematischen Auseinandersetzung mit dem Thema Tierwohl. Ab 2024 und in den darauffolgenden Jahren werden weitere Recherchen durchgeführt, die als Grundlage für die Einführung eines klar definierten, geregelten und überprüfbaren Tierwohlstandards im Südtiroler Speck Konsortium dienen. Ziel ist es, bestehende Anforderungen weiterzuentwickeln und Tierwohl langfristig als festen Bestandteil der Qualitätsstrategie zu verankern.

Maßnahme #2: Verbesserung der Qualitätsstandards

Im Rahmen dieser Maßnahme werden die bestehenden Qualitätsstandards des Südtiroler Specks kritisch überprüft und bei Bedarf angepasst. Dabei stehen Aspekte wie Produktionssicherheit, Gesundheit und Konsumentenbelange im Vordergrund. Neue Qualitätsmaßstäbe werden definiert, bewertet und gegebenenfalls eingeführt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der ganzheitlichen Verwertung des Schweins, wobei die traditionelle Verarbeitung der einzelnen Teilstücke weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Ziel ist es, die Qualitätsanforderungen konsequent weiterzuentwickeln und eine Produktlinie zu schaffen, die noch höhere Ansprüche erfüllt. 

Nachhaltige Veredelung

Das Ziel der nachhaltigen Veredelung bündelt Maßnahmen zur schrittweisen Ökologisierung von Energieeinsatz, Verpackung und Transport.

Maßnahme #3: Ökologisierung des Strombezugs

Diese Maßnahme zielt auf eine schrittweise Umstellung des Strombezugs auf erneuerbare Energien ab. Grundlage dafür ist eine kontinuierliche Erhebung des Energieverbrauchs der Mitgliedsbetriebe. Ab 2024 werden Menge und Art des bezogenen Stroms systematisch erfasst, um die Umstellung gezielt zu unterstützen. Ziel ist es, bis 2025 den Anteil an grüner Energie aus Quellen wie Photovoltaik, Biomasse, Biogas, grünem Wasserstoff, Wind- und Wasserkraft deutlich zu erhöhen.

Maßnahme #4: Ökologisierung der Verpackung

Im Rahmen dieser Maßnahme wird die schrittweise Umstellung auf umweltfreundlichere Verpackungslösungen vorangetrieben. Ab 2024 werden dazu die bestehenden Verpackungsspezifikationen aller Herstellerinnen und Hersteller erhoben. Für 2025 ist ein Forschungsprojekt vorgesehen, das sich mit innovativen Verpackungstypologien und deren Einsatzmöglichkeiten befasst.

Maßnahme #5: Ökologisierung des Transports

Diese Maßnahme widmet sich der Analyse der Transportwege innerhalb der Speckproduktion. Im nächsten Nachhaltigkeitsbericht wird der aktuelle Status sowohl des eigenen Fuhrparks als auch der erweiterten Liefer- und Vermarktungskette erhoben. Ziel ist es, auf dieser Basis Potenziale zur ökologischen Optimierung der Transportprozesse zu identifizieren.

Wertschöpfung und Konsum

Dieser Bereich thematisiert regionale Wertschöpfung, bewusste Vermarktung, gemeinschaftliches Handeln im Konsortium und gezielte Qualitätsentwicklung.

Maßnahme #6: Positionierung und Wertschöpfung

Diese Maßnahme konzentriert sich auf die nachhaltige Premium-Positionierung des Südtiroler Specks g.g.A. im Verbund mit weiteren Südtiroler Qualitätsprodukten wie Wein, Äpfeln, Schüttelbrot und Käse. Ein zentraler Aspekt ist zudem der Ausbau der regionalen Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, Ressourcen effizienter zu nutzen, Abfälle zu reduzieren und die Umweltbelastung zu minimieren. Rohstoffe und Materialien sollen möglichst lange im lokalen Umfeld im Kreislauf gehalten werden, um regionale Wertschöpfung zu sichern. Ergänzend dazu werden gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im Handel umgesetzt, insbesondere in Form von Produktschulungen, um Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Erfolge zu sichern.

Maßnahme #7: Gemeinschaftlichkeit im Konsortium

Im Zentrum des Interesses steht bei dieser Maßnahme das „Gemeinsame“ innerhalb des Südtiroler Speck Konsortiums. Ziel ist es, Engagement und Identifikation der Mitgliedsbetriebe von innen heraus zu fördern und sicherzustellen, dass alle Unternehmen geschlossen hinter der Qualitätsmarke „Südtiroler Speck g.g.A.“ stehen. Dazu werden kulturelle, soziale und interne Aktivitäten gezielt gestärkt. Geplant sind unter anderem Versammlungen, Lehrgänge, Workshops sowie feierliche Würdigungen. Zudem sollen erneut gemeinsame Exkursionen und Lehrfahrten organisiert werden, um den Erfahrungsaustausch zu vertiefen und Nachhaltigkeitsthemen zu diskutieren.

Maßnahme #8: Forschung und Entwicklung

Diese Maßnahme zielt auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualitätskontrollen und Prozessabläufe ab. Ein zentraler Bestandteil ist der Bau einer Versuchsanlage zur Optimierung der Speckherstellung und -verarbeitung, deren Fertigstellung für 2024 im NOI Techpark Bozen Südtirol vorgesehen ist. Ergänzend dazu werden weitere Forschungsprojekte verfolgt, darunter die Entwicklung von Verfahren zur Speckherstellung ohne den Einsatz von Nitrit und Nitrat.

Bildung und Kommunikation

Im Bereich Bildung und Kommunikation stehen die Förderung des Berufsbildes und die Sensibilisierung für Nachhaltigkeit im Fokus.

Maßnahme #9: Stärkung des Berufsbildes

Ziel dieser Maßnahme ist es, das Berufsbild in der Speckherstellung attraktiver zu gestalten. Zu diesem Zweck wird die Zusammenarbeit mit fachspezifischen Schulen intensiviert, um den Austausch zwischen Bildungseinrichtungen und der Praxis zu fördern. Ergänzend wird eine Image-Kampagne in Südtirol durchgeführt, die gemeinsam mit Partnern und dem Konsortium entwickelt wurde. Sie soll die Bekanntheit des Berufsbildes erhöhen und junge Talente gezielt ansprechen.

Maßnahme #10: Bewusstseinsbildung zur Nachhaltigkeit

Diese Maßnahme zielt sowohl intern als auch extern auf die Stärkung des Bewusstseins für Nachhaltigkeit ab. Intern sollen Veranstaltungen wie das Speckfest, der Specktag und Verkostungen der Sensibilisierung für Nachhaltigkeit dienen. Extern ist hingegen eine Überprüfung und Anpassung der Kommunikations- und Werbematerialien vorgesehen. Darüber hinaus werden Fortbildungsangebote erweitert und intensiviert, ergänzt durch Kooperationen mit Akteuren anderer Südtiroler Qualitätsprodukte wie Wein, Äpfel, Schüttelbrot und Käse, um sich vermehrt mit Nachhaltigkeit zu befassen.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN

Die 17 SDGs der Vereinten Nationen dienen weltweit der Förderung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit.


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